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Import und Zulassung von Oldtimern in der DACH-Region

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Ein umfassender Leitfaden zum Import von klassischen Fahrzeugen und Youngtimern in die Schweiz, Deutschland und Österreich. Erfahren Sie alles über Zollbefreiungen, den Veteranenstatus, Homologation und versteckte Kosten.

Wichtigste Erkenntnisse (TL;DR)

Ein umfassender Leitfaden zum Import von klassischen Fahrzeugen und Youngtimern in die Schweiz, Deutschland und Österreich. Erfahren Sie alles über Zollbefreiungen, den Veteranenstatus, Homologation und versteckte Kosten.

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1. Warum sich der Import von Oldtimern in die DACH-Region lohnt

Der Import von Oldtimern und Youngtimern in die DACH-Länder (Deutschland, Österreich, Schweiz) gewinnt aufgrund des steigenden Marktwerts von Klassikern und steuerlichen Vorteilen an Beliebtheit. Historische Fahrzeuge werden oft als Kulturgut betrachtet, was die Importkosten im Vergleich zu Standard-Gebrauchtwagen erheblich senkt.

Die Schweiz und Deutschland sind kaufkräftige Märkte, in denen gut erhaltene Klassiker sehr hohe Preise erzielen. Das schafft hervorragende Möglichkeiten für Importeure, die Autos aus den USA, Japan oder Südeuropa einführen.


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2. Definition und Kriterien eines Oldtimers (Veteran)

Um von Vorzugssätzen zu profitieren, muss ein Fahrzeug strenge Kriterien erfüllen:

  • Alter: In den meisten Ländern muss das Fahrzeug mindestens 30 Jahre seit der Erstzulassung alt sein.
  • Originalität: Hauptkomponenten (Motor, Karosserie, Lenkung) müssen original oder zeitgenössisch sein.
  • Zustand: Das Auto darf kein Wrack sein; es muss sich in einem guten, historisch angemessenen Zustand befinden.

In der Schweiz erfordert die Erlangung des "Veteranen"-Status zusätzlich, dass das Auto ausschliesslich für Hobbyzwecke genutzt wird (max. 2000-3000 km pro Jahr).


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3. Zölle und Steuerbefreiungen beim Import

Der grösste Vorteil beim Import von Oldtimern sind Zoll- und Steuererleichterungen:

  • Deutschland: Klassiker von ausserhalb der EU (z.B. USA) können vom Zoll (standardmässig 10%) befreit und mit einem ermässigten Mehrwertsteuersatz von 7% (statt 19%) belegt werden.
  • Schweiz: Richtig klassifizierte Oldtimer können den Standard-Gewichtszoll und die Automobilsteuer (4%) umgehen. Sie unterliegen jedoch der Schweizer Mehrwertsteuer (8,1%).

Um diese Befreiungen zu nutzen, muss das Fahrzeug unter dem entsprechenden Zollkodex (meist 9705) deklariert werden, der seinen Sammlerwert bestätigt.


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4. Technische Anforderungen und Zulassungsverfahren (MFK / TÜV)

Die Zulassung eines Oldtimers erfordert spezialisierte technische Prüfungen.

In Deutschland durchläuft das Fahrzeug eine Prüfung für das H-Kennzeichen, das die Einfahrt in Umweltzonen und eine pauschale Kfz-Steuer ermöglicht.

In der Schweiz ist die MFK (Motorfahrzeugkontrolle) für Autos mit "Veteranen"-Eintrag extrem streng in Bezug auf Lecks, Bremsleistung und Originalität. Der Vorteil ist jedoch ein verlängertes Prüfintervall (oft bis zu 6 Jahre) und die Möglichkeit, mehrere Oldtimer auf ein Wechselschild zuzulassen.


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5. Logistikkosten, Versicherung und versteckte Risiken

Der Import eines Klassikers erfordert eine angemessene Logistik. Standard-RoRo-Transporte sollten für wertvolle Exemplare vermieden werden. Geschlossene Container (FCL) oder spezialisierte Anhänger sind vorzuziehen, auch wenn sie teurer sind.

Transportversicherung und die Beauftragung eines lokalen Gutachters nach der Ankunft zur Bewertung des Autos für die Kaskoversicherung sind ebenfalls entscheidend.

Versteckte Risiken: Fehlende historische Dokumente, Schwierigkeiten beim Nachweis der Originalität von Teilen bei der Zollkontrolle oder Nichterfüllung von Lärm-/Abgasnormen, die am Tag der Erstproduktion des Autos galten.